Medizinische Sicht
- Chronometrische Mehrfachfotographie der Bewegungsabläufe
- Elektromyographie
- Röntgenaufnahmen
- Kraftplattenmessungen
- Tonspektrographie
- Angaben der VPN (Versuchsperson) über ihre Bewertung kinästhetischer Effekte
- Störungen des Bewegungsapparates, bedingt durch Fehlhaltungen, unphysiologische oder einseitige Belastungen und stressbedingte Störungen (z.B. Lumbalgie, Ischialgie, Zervikalsyndrom, Myogelosen, Intercostalneuralgie, Parästhesie, Kopfschmerz, Kiefergelenkschmerz, Bruxismus)
- Störungen des Sprachapparates, z.B. ständige Heiserkeit, Stottern
- Störungen der Bewegungskoordination, z.B. posttraumatisch
- Schmerzen, die durch anderweitige Krankheiten bedingt sind (z.B. Erkrankungen des Rheumatischen Formenkreises, Arthrose, Tendopathien), sofern nicht irreversible, degenerative anatomische Veränderungen oder entzündliche Prozesse zugrunde liegen
- Stressbedingte Störungen innerer Organe , nach Ausschluss einer organischen Störung ist die Alexander-Technik zur supportiven Begleitung angezeigt (z.B. bei Ulcus ventriculi und funktionellen Herzbeschwerden)
- Vegetative und psychosomatische Beschwerden werden über eine positive Rückwirkung auf die Psyche günstig beeinflusst
- Neurosen, Angstzustände, Depressionen: günstige Wirkungen durch die Ergänzung psychotherapeutischer Verfahren mit Alexander-Technik.
Englische Studie von 2002–2004 veröffentlicht im British Medical Journal
579 Teilnehmer der Studie wurden in 4 etwa gleich große Gruppen eingeteilt:
- Die Kontrollgruppe bekam die übliche medizinische Behandlung.
- Eine Gruppe bekam 24 Alexander-Technik-Stunden.
- Eine Gruppe bekam 6 Alexander-Technik-Stunden.
- Eine Gruppe bekam 6 klassische Massage-Einheiten.
Je die Hälfte der Teilnehmer jeder Gruppe bekam zusätzlich ein Bewegungsprogramm mit individueller Beratung.
Nach einem Jahr wurde in den 4 Gruppen Folgendes festgestellt:
- keine signifikante Veränderung in der Kontrollgruppe
- Die 24 Stunden Alexander-Technik hatten die größte Wirkung: eine Verringerung der Schmerztage um 86 % und eine Verminderung der Tätigkeitseinschränkung um 42 %. Ein zusätzliches Bewegungsprogramm ergab keine weitere Verbesserung.
- Die 6 Stunden Alexander-Technik kombiniert mit dem Bewegungsprogramm ergaben 72 % der Wirkung, die durch 24 Stunden Alexander-Technik erreicht wurden.
- Die 6 Massage-Einheiten kombiniert mit dem Bewegungsprogramm ergaben eine Reduzierung der Schmerztage um 33 %, jedoch keine Verbesserung bei der Tätigkeitseinschränkung.
Paul Little, der Leiter des Forscherteams der Universität Southampton, kam zu dem Schluss: „Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Alexander-Technik Rückenschmerzen lindern kann. Dem Anschein nach geschieht dies durch eine Verringerung der Muskelspannung, Stärkung der Aufrichtungsmuskulatur, verbesserte Koordination und Beweglichkeit sowie Druckentlastung der Bandscheiben. Für die Patienten bedeutet es, dass sie in ihren Aktivitäten oder Aufgaben weniger durch Schmerzen eingeschränkt sind“